Integrationsmodell Bochum

Entwickung und Werdegang

Am 11.03.1996 gründete sich der Verein "Integrationsmodell Ortsverband Bochum e.V".

Bis dahin legten die Gründungsmitglieder einen langen Weg in kleinen Schritten in Zu-

sammenarbeit mit dem Integrationsmodell Landesverband NRW e.V. zurück. Es begann 1991 mit einem integrativen Wochenende in Rohde im Sauerland. Dort trafen sich Menschen mit und ohne Behinderung zu einem integrativen Musikworkshop, der vom Integrationsmodell Landesverband NRW e.V. in Zusammenarbeit mit der Musikschule Bochum organisiert war. Ein Erlebnis, das bei manchem Teilnehmer auch Neugier weckte bezüglich des Integrationsmodells.

 

Besonders Eltern von Kindern mit Behinderung waren durch die Idee des "Miteinander Leben Lernen" angesprochen. Es bildete sich eine Kreis von Interessenten, die diesen Impuls in eigene Aktivität umzusetzen begannen. Sie trafen sich zu Gesprächen. Dabei standen die Fragen im Vordergrund: Integration, was heißt das? Was bedeutet Integration für uns? Was sollte der Ortsverband Bochum leisten? Freizeiten und Gruppen wurden organisiert, die sich konkret an dem Ziel orientierten, Menschen mit und ohne Behinderung zueinander zu führen. Dabei wuchs der Wunsch nach Selbst-

ständigkeit hier in Bochum.

 

Der Besuch zweier Wohngruppen des Integrationsmodells Ortsverband Essen wurde dann der Auslöser zur Gründung des Vereins in Bochum. Das was Eltern dort sahen und erlebten, sollte doch wohl auch in Bochum möglich sein. Mit Hilfe des Dachverbandes

"Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband" entstand am 01.09.2001 die Wohnge-

meinschaft "Haus Riemke" mit einer Wohngruppe für zunächst acht Menschen mit

geistiger Behinderung an der Riemker Str. 48. Am 01.09.2005 konnte im Nachbarhaus die zweite Wohngruppe eröffnet werden, so daß nun 14 Personen rund um die Uhr die

nötige Hilfestellung für elternunabhängiges Wohnen ermöglicht werden konnte. Die

Wohngemeinschaft bietet ein bedarfsgerechtes, professionelles Versorgungssystem,

das sich der Würde und dem Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen, seinen Fähigkeiten

und seinen Ressourcen verpflichtet fühlt.

 

Dem Verein geht es jedoch nicht nur um das Wohnprojekt. Wir helfen uns gegenseitig und sind so Initiator, Orientierungsstelle und Anbieter. Die Ideen der Mitglieder und deren Freunde werden, wenn möglich aufgegriffen und umgesetzt. So können wir heute auf viele schöne Ausflüge, Bildungsveranstalten, Freizeiten, Besichtigungen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren zurückblicken. Für all diese Aktivitäten erhielten wir noch im Dezember 2001 einen VW-Transporter von Aktion Mensch.

 

Für die Zukunft wünschen wir uns das Interesse vieler Mitmenschen, um unser Ziel des

"Miteinander Leben Lernen" zu verwirklichen, denn Integration ist noch lange nicht

selbstverständlich, kann aber, so unsere Erfahrung, gelernt werden.